Arthritis, Arthrose, Osteochondrose: So unterscheiden Sie die Ursachen

Die Begriffe Arthritis, Arthrose und Osteochondrose klingen ähnlich und werden im Alltag oft verwechselt. Dahinter stehen jedoch drei verschiedene Vorgänge: eine Entzündung des Gelenks, ein Verschleiß des Knorpels und Veränderungen an der Wirbelsäule. Weil jede Ursache einen anderen Facharzt und eine andere Behandlung braucht, lohnt sich ein genauer Blick. Dieser Beitrag erklärt die Unterschiede, typische Anzeichen, sinnvolle Untersuchungen und die Frage, wo Injektionen mit körpereigenem Material bei Arthritis ihren Platz haben.

Drei Begriffe, drei verschiedene Vorgänge

Die Endung macht bereits einen Unterschied. Die Silbe itis steht in der Medizin für eine Entzündung, die Silbe ose für einen nicht entzündlichen, meist degenerativen Prozess.

Arthritis bezeichnet eine Entzündung eines oder mehrerer Gelenke. Ursachen können das Immunsystem sein, etwa bei rheumatoider Arthritis oder Psoriasis-Arthritis, Stoffwechselstörungen wie bei Gicht oder, seltener, Erreger bei einer bakteriellen Gelenkentzündung.

Arthrose ist ein Verschleiß des Gelenkknorpels mit Umbauvorgängen am darunterliegenden Knochen. Sie entwickelt sich über Jahre und betrifft besonders Knie, Hüfte, Finger und Gelenke nach früheren Verletzungen. Bei einer aktivierten Arthrose kann zusätzlich eine Entzündung auftreten, doch sie ist nicht der Motor der Erkrankung.

Osteochondrose ist ein Begriff für Verschleißveränderungen an der Wirbelsäule, vor allem an Bandscheiben und Wirbelkörpern. Im deutschsprachigen Raum spricht man häufig auch von degenerativen Wirbelsäulenveränderungen. Wird dabei ein Nerv gereizt, kann der Schmerz in Arm, Schulter, Gesäß oder Bein ausstrahlen und fälschlich für ein Gelenkproblem gehalten werden. Nicht selten bestehen zwei dieser Zustände gleichzeitig. Ein Mensch mit Kniearthrose kann zugleich eine verschlissene Lendenwirbelsäule haben, und wer nur eines davon behandelt, wundert sich über verbleibende Schmerzen.

Woran man die Ursache erkennen kann

Eine sichere Diagnose stellt nur ein Arzt. Bestimmte Muster helfen aber, die eigenen Beschwerden besser einzuordnen und im Gespräch genau zu beschreiben.

Hinweise auf eine entzündliche Arthritis:
• Morgensteifigkeit, die länger als eine halbe Stunde anhält.
• Geschwollene, warme Gelenke, oft mehrere und beidseitig.
• Schmerzen in Ruhe, die sich durch Bewegung bessern.
• Allgemeine Beschwerden wie Müdigkeit oder erhöhte Temperatur.

Hinweise auf eine Arthrose:
• Anlaufschmerz und Belastungsschmerz, Besserung in Ruhe.
• Kurze Steifigkeit nach dem Sitzen.
• Knirschen, tastbare knöcherne Verdickungen, zunehmende Bewegungseinschränkung.

Hinweise auf eine Ursache in der Wirbelsäule:
• Ausstrahlender Schmerz entlang einer Linie.
• Kribbeln, Taubheit oder Kraftverlust.
• Abhängigkeit von Haltung, Bücken, Husten oder Niesen.

Sofort ärztliche Hilfe brauchen Sie bei einem heißen, stark geschwollenen Gelenk mit Fieber, bei plötzlicher Lähmung sowie bei Störungen der Blasen- oder Darmfunktion.

Hilfreich ist außerdem, die Beschwerden vor dem Termin schriftlich festzuhalten. Wer notiert, ob der Schmerz eher morgens oder abends auftritt, ob er mit Bewegung besser oder schlechter wird und ob er an einer Stelle bleibt oder wandert, liefert dem Arzt wertvolle Hinweise. Solche Beobachtungen ersetzen keine Untersuchung, machen sie aber deutlich zielgenauer.

Welcher Facharzt und welche Untersuchungen

Erste Anlaufstelle ist meist die Hausarztpraxis. Von dort geht es je nach Verdacht weiter: Entzündliche Gelenkerkrankungen gehören in die Hände eines Rheumatologen, Arthrose betreut in der Regel ein Orthopäde, bei Beschwerden mit Nervenbeteiligung kommen Neurologen oder Wirbelsäulenspezialisten hinzu.

Hilfreiche Untersuchungen sind:
• Blutwerte wie CRP und Blutsenkung als Entzündungszeichen.
• Rheumafaktor und Anti-CCP-Antikörper bei Verdacht auf rheumatoide Arthritis.
• Harnsäure bei Verdacht auf Gicht, gegebenenfalls eine Punktion des Gelenks.
• Röntgenbilder zur Beurteilung von Gelenkspalt, Osteophyten oder Erosionen.
• Ultraschall, um Ergüsse und eine entzündete Gelenkschleimhaut zu erkennen.
• MRT von Gelenk oder Wirbelsäule, wenn Weichteile oder Nerven beteiligt sein könnten.

Bewahren Sie alle Befunde gesammelt auf und nehmen Sie sie zu jedem Termin mit. Gerade bei unklaren Schmerzen ist es oft der Blick verschiedener Fachrichtungen auf dieselben Unterlagen, der schließlich zur richtigen Zuordnung führt und unnötige Behandlungen erspart. Fragen Sie außerdem nach Kopien der Bilder auf CD oder als Download, nicht nur nach dem schriftlichen Befund. Ein zweiter Arzt möchte die Aufnahmen meist selbst sehen, bevor er sich eine Meinung bildet.

Wo Eigenblut- und Zellinjektionen bei Arthritis passen

Injektionen mit plättchenreichem Plasma, kurz PRP, und SVF, einer Zellfraktion aus einer kleinen Menge eigenen Fettgewebes, wirken lokal im Gelenk. Sie sollen Entzündungsvorgänge beruhigen und bessere Bedingungen für die Regeneration schaffen. Auf das Immunsystem als Ganzes wirken sie nicht.

Das City Medical Centre in Moskau, das auf seiner Seite zur Arthritisbehandlung für Patienten aus Wien dieses Verfahren beschreibt, betont deshalb, dass PRP und SVF die Betreuung durch einen Rheumatologen bei einer systemischen Erkrankung nicht ersetzen. Während einer aktiven Gelenkinfektion oder eines schweren Schubs wird nicht behandelt. Sinnvoll sein kann der Ansatz dagegen für ein einzelnes Gelenk, das trotz gut eingestellter Grunderkrankung schmerzt, oder wenn entzündliche Veränderungen mit Knorpelverschleiß zusammentreffen.

Die Injektionen erfolgen dort unter Ultraschallkontrolle und an einem Tag. Behandelt werden Knie, Hüfte, Schulter, Ellenbogen, Sprunggelenk sowie Hand- und Handgelenke. Beschwerden an Bandscheiben und Wirbelsäule gehören nicht zu den dort aufgeführten Behandlungsfeldern. Fragen zur Osteochondrose sind daher bei einem Wirbelsäulenspezialisten besser aufgehoben. Ob eine lokale Behandlung überhaupt in Betracht kommt, lässt sich erst nach Blick auf aktuelle Befunde und die Krankengeschichte beurteilen.

Der Weg zu einer klaren Einordnung

Wenn Gelenkschmerzen nicht verschwinden, ist eine klare Diagnose wertvoller als jedes weitere Schmerzmittel. Notieren Sie über zwei Wochen, welche Gelenke betroffen sind, zu welcher Tageszeit es schmerzt, was die Beschwerden verstärkt und ob Schwellungen oder Taubheit auftreten.

Aus der Ursache ergibt sich der Weg:
• Arthritis: zuerst Rheumatologie, bei einem hartnäckig schmerzenden Gelenk eventuell ergänzend eine lokale Behandlung.
• Arthrose: Bewegung, Gewichtskontrolle und Physiotherapie, in frühen und mittleren Stadien auch Injektionen, im Endstadium ein ehrliches Gespräch über Gelenkersatz.
• Osteochondrose: Abklärung von Wirbelsäule und Nerven, gezielte Physiotherapie und Rückentraining.

Vor jeder Injektion sollten Gegenanzeigen geklärt sein. Dazu gehören Krebserkrankungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gerinnungsstörungen, akute Infektionen sowie schwere Herz-, Nieren- oder Lebererkrankungen. Das City Medical Centre bietet eine kostenlose Erstberatung und eine kostenlose Durchsicht vorhandener Aufnahmen an, auch online. Die langfristige Begleitung bleibt jedoch Aufgabe der Ärzte vor Ort, die Ihre Krankengeschichte kennen. Eine klare Einordnung der Ursache schützt Sie vor Behandlungen, die an Ihrem eigentlichen Problem vorbeigehen, und macht es leichter, gute Entscheidungen in Ruhe zu treffen.