PRP oder SVF: Welche Eigenbehandlung passt zu Ihrem Gelenk?

Wer nach Möglichkeiten sucht, ein schmerzendes Knie oder eine Hüfte ohne Operation zu behandeln, stößt schnell auf zwei Abkürzungen: PRP und SVF. Beide Verfahren nutzen körpereigenes Material, unterscheiden sich aber in Herkunft, Aufwand und Einsatzgebiet. Dieser Beitrag erklärt sachlich, was hinter den Begriffen steckt, wann eher das eine oder das andere in Frage kommt und welche Fragen Sie vor einer Entscheidung mit einem Arzt klären sollten.

Was PRP ist und wie es im Gelenk wirken kann

PRP steht für plättchenreiches Plasma, im Deutschen oft auch Eigenbluttherapie genannt. Dafür wird eine kleine Menge Blut aus der Armvene entnommen und in einer Zentrifuge aufbereitet. Übrig bleibt ein Plasma mit einer hohen Konzentration an Blutplättchen, die Wachstumsfaktoren enthalten.

Dieses Plasma wird anschließend direkt in das betroffene Gelenk gespritzt. Die Wachstumsfaktoren sollen Entzündungsvorgänge beruhigen und bessere Bedingungen für die Regeneration des Gewebes schaffen. Knorpel wächst dadurch nicht einfach nach, doch Schmerzen und Reizzustände können bei vielen Betroffenen abnehmen.

Typische Merkmale von PRP:
• Nur eine Blutentnahme, kein zusätzlicher Eingriff.
• Häufig als Serie mehrerer Injektionen im Abstand von einigen Wochen.
• Vor allem bei leichter Arthrose und gereizten Gelenken eingesetzt.
• Kann allein oder in Kombination mit SVF angewendet werden.

PRP ist damit die einfachere der beiden Methoden. Ob sie im Einzelfall sinnvoll ist, hängt vom Zustand des Gelenks ab, den ein Arzt anhand von Untersuchung und aktuellen Bildern beurteilt. Hilfreich ist es, vorab zu fragen, wie viele Injektionen vorgesehen sind und in welchen Abständen sie gesetzt werden.

Was SVF bedeutet und woher die Zellen stammen

SVF steht für stromale vaskuläre Fraktion. Gemeint ist eine Mischung aus Zellen, die an der Reparatur von Gewebe beteiligt sind. Gewonnen wird sie aus einer kleinen Menge des eigenen Fettgewebes, in der Regel etwa 30 Milliliter.

Die Entnahme erfolgt unter örtlicher Betäubung über einen kleinen Einstich am Bauch oder an der Innenseite des Oberschenkels. Genäht werden muss nicht. Das Fettgewebe wird anschließend in einer Zentrifuge aufbereitet, die Zellfraktion isoliert und mit dem Plasma aus dem Eigenblut vermischt. Diese Mischung wird dann in das Gelenk injiziert.

Man könnte sagen: SVF baut auf PRP auf und ergänzt es um körpereigene Zellen. Der Aufwand ist etwas größer, weil neben der Blutentnahme auch eine kleine Fettentnahme nötig ist. Dafür wird SVF gewählt, wenn die Veränderungen im Gelenk deutlicher ausgeprägt sind und eine länger anhaltende Wirkung angestrebt wird.

Bei Arthrose kommt SVF vor allem in frühen und mittleren Stadien in Betracht. Ist der Knorpel weitgehend aufgebraucht und das Gelenk stark verformt, sind die Möglichkeiten beider Verfahren begrenzt. Dann ist ein offenes Gespräch über einen Gelenkersatz meist hilfreicher.

PRP oder SVF: Welche Methode für welche Situation?

Die Entscheidung zwischen PRP und SVF richtet sich nicht nach Vorlieben, sondern nach dem Befund. Grob lässt sich sagen: Je leichter die Veränderungen, desto eher genügt PRP. Je ausgeprägter die Abnutzung, desto eher wird SVF erwogen, solange das Gelenk noch nicht im Endstadium ist.

Eine mögliche Orientierung:
• Gereiztes Gelenk, beginnende Arthrose, Beschwerden nach Überlastung: häufig PRP als Kur.
• Mittelgradige Arthrose mit deutlichen Beschwerden im Alltag: eher SVF in Kombination mit Plasma.
• Fortgeschrittene Arthrose mit starker Fehlstellung: meist Gespräch über Gelenkersatz.

Das City Medical Centre in Moskau beschreibt auf seiner Seite zur Gelenkbehandlung ohne Operation für Patienten aus München genau diese Abstufung. Dort wird jede Injektion unter Ultraschallkontrolle gesetzt, und die Klinik weist darauf hin, dass der Arzt bei fortgeschrittenem Stadium ehrlich sagt, wenn ein Gelenkersatz die realistischere Option ist. Behandelt werden unter anderem Knie, Hüfte, Schulter, Ellenbogen, Sprunggelenk sowie Hand- und Handgelenke.

Wichtig ist, dass die Wahl der Methode nach einer gründlichen Untersuchung getroffen wird. Ein aktuelles Röntgenbild oder MRT, der Tastbefund und Ihre Beschwerden im Alltag gehören zusammen. Wer vorher schon eine Kortison- oder Hyaluronsäurebehandlung hatte, sollte das ebenfalls angeben.

Wie ein Behandlungstag abläuft

Viele Interessierte fragen sich, wie aufwendig eine solche Behandlung ist. Nach den Angaben des City Medical Centre findet das gesamte Verfahren an einem einzigen Tag statt. Krücken sind danach nicht nötig, und ein stationärer Aufenthalt ist nicht vorgesehen.

Ein typischer Ablauf bei SVF:
• Voruntersuchung und Klärung möglicher Gegenanzeigen.
• Blutentnahme für das Plasma.
• Kleine Fettentnahme unter örtlicher Betäubung, ohne Naht.
• Aufbereitung in der Zentrifuge und Mischung von Zellen und Plasma.
• Injektion in das Gelenk unter Ultraschallkontrolle.

Bei PRP allein entfällt die Fettentnahme, der Termin ist entsprechend kürzer. Nachkontrollen sind nach einem, drei und sechs Monaten vorgesehen. Laut Klinik lassen die Schmerzen in der Regel im ersten Monat nach, die Beweglichkeit verbessert sich meist über etwa drei Monate, und die volle Wirkung entwickelt sich über rund ein halbes Jahr. Das sind übliche Verläufe, keine Zusagen, denn jedes Gelenk reagiert anders. Begleitende Bewegungstherapie und ein gesundes Körpergewicht unterstützen die Behandlung in jedem Fall. Fragen Sie nach, welche Belastung in den ersten Tagen erlaubt ist und wann Sie wieder Sport treiben können.

Für wen beide Verfahren nicht geeignet sind

Auch körpereigene Verfahren haben klare Grenzen. Bei bestimmten Erkrankungen wird weder PRP noch SVF durchgeführt, weil Risiken überwiegen oder die Wirkung nicht sinnvoll beurteilt werden kann.

Zu den Gegenanzeigen zählen:
• Krebserkrankungen.
• Schwangerschaft und Stillzeit.
• Störungen der Blutgerinnung.
• Akute Infektionen, auch im oder am Gelenk.
• Akuter Schub einer schweren chronischen Erkrankung.
• Schwere Herz-, Nieren- oder Lebererkrankungen.

Vorübergehend wird die Behandlung verschoben bei Fieber, Erkältung oder Grippe sowie bei entzündeter Haut über dem Gelenk. Deshalb gehört eine gründliche Anamnese immer zum ersten Gespräch.

Wer eine Behandlung in Erwägung zieht, sollte aktuelle Röntgen- oder MRT-Bilder bereithalten. Das City Medical Centre bietet eine kostenlose Erstberatung und eine kostenlose Durchsicht der Aufnahmen an, die vorab eingesendet werden können. Auch eine Online-Beratung ist möglich, ein Koordinator vereinbart den Termin. Unabhängig davon bleibt der Hausarzt oder Orthopäde vor Ort der richtige Ansprechpartner für die Diagnose. Bringen Sie zu jedem Gespräch eine Liste Ihrer Medikamente mit, besonders gerinnungshemmende Mittel, denn sie spielen bei Injektionen eine wichtige Rolle. Offene Fragen lassen sich so gleich beim ersten Termin klären.